Die anhaltende Hitze und Trockenheit macht derzeit nicht nur Menschen und Landwirtschaft zu schaffen. Auch für die heimische Tierwelt wird Wasser zunehmend knapp. Wie groß die Herausforderung inzwischen ist, zeigen aktuelle Berichte aus dem Main-Tauber-Kreis. Der SWR berichtete in dieser Woche über Hariolf Scherer, der mit erheblichem Aufwand Wasser in seine Reviere bringt und dort Wasserstellen und Suhlen versorgt (hier geht direkt zum Bericht: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/jaeger-bringen-wasser-in-den-wald-wegen-hitze-und-trockenheit-100.html). Auch die Fränkischen Nachrichten griffen das Thema am Montag, 10. August, in einem Beitrag von Dr. Heinrich aus Lauda-Königshofen auf.
Was dabei öffentlich sichtbar wird, gehört für viele Jägerinnen und Jäger in der Region zur praktischen Hege und damit zu einer verantwortungsvollen Jagdausübung. Gerade in der gegenwärtigen Trockenperiode kontrollieren und befüllen sie Wasserstellen, erhalten Suhlen und sorgen dort für Wasser, wo natürliche Möglichkeiten zunehmend fehlen. Wie notwendig dieser Einsatz derzeit ist, zeigt auch der aktuelle SWR-Bericht. In Bad Mergentheim bringt der ehemalige Kreisjägermeister Hariolf Scherer regelmäßig mehrere Tausend Liter Wasser in seine Reviere. Auch aus Grünsfeld wird von der täglichen Versorgung mehrerer Wasserstellen berichtet. Die Beobachtungen zeigen zugleich, dass von diesen Maßnahmen keineswegs nur das jagdbare Wild profitiert: Rehe und Wildschweine nutzen die Wasserstellen ebenso wie Vögel und zahlreiche Insekten. Die Wasserversorgung ist dabei nur ein besonders augenfälliges Beispiel für die vielfältige Hegearbeit, die von den Jagenden vielfach ehrenamtlich und für die Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt geleistet wird. Die Pflege und Verbesserung von Lebensräumen, das Anlegen und Unterhalten von Äsungs- und Rückzugsflächen sowie die Beobachtung der Wildbestände gehören ebenso dazu wie derzeit die Sicherung von Wasserstellen.
Die Kreisjägervereinigung nimmt die aktuellen Berichte deshalb zum Anlass, allen Jägerinnen und Jägern in den heimischen Revieren ausdrücklich für ihren Einsatz zu danken. Gerade außergewöhnliche Witterungsbedingungen wie in diesem Sommer zeigen, wie wichtig die kontinuierliche Arbeit vor Ort ist. „Viele dieser Tätigkeiten finden das ganze Jahr über statt, ohne dass sie öffentlich wahrgenommen werden. Wer derzeit regelmäßig Wasserstellen kontrolliert, Behälter auffüllt und dafür teilweise erhebliche Mengen Wasser ins Revier transportiert, leistet einen ganz konkreten Beitrag für unsere heimische Tierwelt. Dafür gilt allen engagierten Jägerinnen und Jägern unser herzlicher Dank“, so Kreisjägermeister Florian Dietzel. Zugleich mahnt die Trockenheit zu besonderer Aufmerksamkeit. Offene Regentonnen und andere steilwandige Wasserbehälter können für Vögel und Insekten zur Falle werden. Der SWR verweist daher auf den Rat, einen größeren Ast oder ein Stück Holz als Ausstiegshilfe in solche Behälter zu legen.
Die aktuellen Berichte machen damit deutlich: Jagd bedeutet weit mehr als die eigentliche Jagdausübung. Hege, Verantwortung für die Lebensräume und praktischer Einsatz für die heimische Tierwelt gehören untrennbar dazu.
Sollten Jagende Bedarf für den Wassertransport in eigene Reviere haben, kann eine Anfrage an das THW erfolgen. Dort wurde bereits Hilfe angeboten.










