Info-Kasten: Das Rebhuhn

Einst häufig – heute rar
Der Text wurde uns mit freundlicher Genehmigung von HP Kuhnhäuser zur Verfügung gestellt

Erstellt am 22.03.2020

Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist eine Charakterart der Feldflur und gut an das Leben in der Offenlandschaft angepasst. Das Gefieder tarnt die Bodenbrüter sehr effektiv. Rebhühner haben eine Körperlänge von etwa 30 Zentimetern, eine Flügellänge von 14,6 bis 16 Zentimetern und eine Schwanzlänge von 7,2 bis 8,5 Zentimetern. Männchen und Weibchen sind ähnlich groß; Hähne wiegen 290 bis 415 Gramm, die Hennen 300 bis 475 Gramm. Erwachsene Tiere ernähren sich vorwiegend pflanzlich, Küken hingegen benötigen eiweißreiche Insektenkost. Im Frühjahr tun sich Hahn und Henne zusammen und lagen ein gut verstecktes Nest an, das Gelege umfasst bis zu 20 Eier. Die Brutsaison beginnt zumeist im Mai und reicht bis in den Sommer. Herrscht nach dem Schlupf eine feucht-klalte Witterung, ist die Mortalitätsrate (sehr) hoch. Geht alles gut, bilden und halten sich bis in den Spätwinter hinein so genannte Familienverbände („Ketten“), die sich dann auf der Suche nach einem neuen Brutplatz auflösen. Da das bereits im Spätwinter geschieht, ist „überjährige“ Vegetation besonders wichtig. Zudem vermeiden Rebhühner den Sichtkontakt zu anderen Rebhuhn-Brutpaaren, sie benötigen viele „Grenzlinienstrukturen“ in ihrem Lebens- und Brutraum. Je höher die „Grenzlinienstruktur“, desto mehr Brutpaare finden auf einer bestimmten Fläche Platz. Bei einem Mangel an Brutplätzen brüten die Wildvögel an suboptimalen Stellen – das reduziert den Bruterfolg deutlich.

Landesweit gesehen gingen die Bestände seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich zurück. Im Land sind Rebhühner mittlerweile ganzjährig geschont; die Jagdzeit vom 1. September bis zum 15. Dezember ist Geschichte.

In unserer Region verzichten die meisten Revierpächter schon seit Jahrzehnten auf die Bejagung. Dort, wo es noch Rebhühner gibt, werden sie von den Jägern im Rahmen ihrer Möglichkeiten intensiv gehegt, ja geradezu gehudert. Im Bereich der Kreis-Jägervereinigungen Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim etwa mit dem Rebhuhn-Wachtel-Programm, der Aussaat einer von Winfried Müller (KJV TBB) entwickelten  Saatgutmischung auf Stilllegungs- bzw. Brachflächen. Dort finden Insekten, Vögel (darunter auch Rebhühner und Wachteln) sowie andere Tiere Nahrung und Deckung.

Erstellt am 22.03.2020
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