Bitte Hunde anleinen!

Landesjagdverband warnt: Rehkitz und Junghase sind leichte Beute

Erstellt am 27.04.2020

„Er will ja nur spielen“ sagen viele Hundebesitzer, die ihre geliebten Vierbeiner in der freien Natur über Feld und Wiese rennen lassen. Das Spiel des Hundes ist angeboren und dient dem Erlernen des Beutemachens, wie bei seinem wilden Verwandten, dem Wolf. Schnell kann jedoch der Instinkt der Hunde jungen Wildtieren zum Verhängnis werden.
Rehkitz und Junghase vertrauen in dieser Jahreszeit auf ihre tarnende Fellzeichnung und den noch nicht ausgebildeten Körpergeruch. Sie fliehen
nicht vor einer Gefahr, sondern „drücken“ sich, das heißt, sie bleiben regungslos und geduckt liegen und hoffen, nicht entdeckt zu werden. Kommt Mensch oder Hund ei-nem solchen Fellbündel doch einmal so nahe, dass es die Flucht ergreift, ist es – zumin-dest gegenüber einem Hund – oft zu spät. Auch bei einem vermeintlich wohlerzogenen Stubenhund kann dann spontan der Jagdtrieb durchbrechen.
Der Landesjagdverband appelliert deshalb an Hundebesitzer, während der Aufzucht-zeit von Jungwild, die noch bis etwa Mitte Juli dauert, beim Spaziergang in Wald und Feld sicherheitshalber auch folgsame Hunde an die Leine zu nehmen. Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz schreibt vor, dass Hunde verlässlich im Einwirkungsbereich ihres Halters bleiben müssen. Verstöße stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und kön-nen angezeigt werden. Auf Nummer sicher geht, wer seinen Hund freiwillig anleint.
Und noch eine Bitte, wenn Sie Kitze und Junghasen finden, die allein sind: Die Tiere sind nicht verwaist! Deshalb freuen Sie sich über den Fund, fassen Sie die Kleinen aber unter keinen Umständen an oder nehmen sie mit. Sollte ein Jungtier tatsächlich verletzt sein, informieren Sie den zuständigen Jäger oder die verantwortliche Polizeibehörde.


Stuttgart, 24. April 2020

Erstellt am 27.04.2020
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