Parforcehornbläser spielen bei internationalem Benefizkonzert im Elsaß

Die Parforcehorngruppe der KJV Mergentheim ist am 20. und 21. April unter der musikalischen Leitung von Matthias Michelberger auf zwei internationalen Benefizkonzerten im Elsaß aufgetreten. Bildergalerie unten.

Erstellt am 20.04.2013

Geplant und organisiert waren die Konzerte von der L'Association Bas-Rhinoise des Chasseurs de Grand Gibier worden, dem regionalen Hochwild-Hegering im Elsaß. Von beiden Konzerten wurden professionelle Live-Mitschnitte erstellt, die ab Mai als CD erhältlich sein werden.In der jeweils bis zum letzten Platz ausverkauften Stiftskirche im elsässischen Niederhaslach sowie der protestantischen Kirche von Schillersdorf war es mucksmäuschenstill, als der französische Organist Thierry Hassler auf der Orgel mit den ersten Akkorden des Stückes Introducion, dem Einzug in die Hubertusmesse, das jeweilige Konzert eröffnete. Und als die Bläser der Parforcehorngruppe Mergentheim mit dem mächtigen Klang ihrer Hörner zum Klang der Orgel einsetzten, lief so manchem Zuhörer ein Schauer über den Rücken: Kaum eine Kombination von Instrumenten erzeugt in der klassischen Musik eine größere Wirkung als die von Horn und Orgel. Die hervorragenden akustischen Verhältnisse in der Kirche taten ein Übriges, um die majestätische Musik voll zur Geltung zu bringen. Die Mergentheimer Bläser in ihren blauen, barocken Uniformen wechselten sich während des Konzerts ab mit der Gruppe "Les Echos du Guirbaden" aus Mollkirch, die auf ihren Trompes de Chasse, historischen Jagdhörnern aus Frankreich, eindrucksvolle französische Jagdmusik darboten. Interessant für die Zuhörer war es auch, den Unterschied der musikalischen Richtungen zwischen der konzertanten Musik der Mergentheimer und der mit durchgängigen Vibratos geladenen Jagdmusik der Franzosen erleben zu können. Mit drei Soli zwischen den Auftritten der Bläser zeigte der Organist sein Können. Vor den Konzerten hatten die Mergentheimer Bläser die Gelegenheit zu einer Probe im weltberühmten Straßburger Münster. Der Hörnerklang in der großen gotischen Kirche mit ihrer außergewöhnlichen Akustik zog bereits dort die anwesenden Besucher in ihren Bann.
Aus Straßburg war auch der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei im Europaparlament Joseph Paul zu den Konzerten gekommen. In seiner Ansprache wies er auf die zentrale Bedeutung der seit über 50 Jahren andauernden französisch-deutschen Freundschaft für den Frieden in Europa hin und lobte die Mergentheimer Bläser für die Teilnahme am Konzert, das ein weiterer Beitrag zur Vertiefung an dieser Freundschaft darstelle. Charles de Gaulle und Konrad Adenauer hatten im Dezember 1963 im sogenannten Elysée-Vertrag vor gut 50 Jahren diese Freundschaft besiegelt. Den Reigen der Zugaben zum Ende der Konzerte beendeten die Mergentheimer Bläser mit einer Überraschung für die Besucher, als sie die Hymne der Europäischen Union anstimmten: Anstatt zu blasen sangen sie Beethovens "Freude schöner Götterfunke". Der stehende, lang anhaltende Applaus zeigte: Die Musiker aus Frankreich und Bad Mergentheim hatten nicht nur die Ohren, sie hatten die Herzen der Zuhörer erreicht.

Erstellt am 05.03.2014
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