Thema "Kitz-Rettung"

Einmal mehr: In Weikersheim nahmen Jugendliche ein angeblich verwaistes Rehkitz an sich und verständigen per Notruf die Polizei…

  • Rettung ja - aber mit Sachverstand!

    Rettung ja - aber mit Sachverstand!

  • Zusammenarbeit mit dem Landwirt unabdingbar!

    Zusammenarbeit mit dem Landwirt unabdingbar!

  • Mit passendem Hilfsmittel kein Problem!

    Mit passendem Hilfsmittel kein Problem!

  • Dann kann mit gutem Gewissen gemäht werden!

    Dann kann mit gutem Gewissen gemäht werden!

  • Und das Kitz hat eine Zukunft!!!

    Und das Kitz hat eine Zukunft!!!

Höhepunkt der Brut- und Setzzeit im Mai, Juni und Juli

Erstellt am 14.05.2017

Immer öfter werden Wildtierkinder zu Waisen, weil Menschen ihnen zu nahe kommen. Im Mai, Juni und Juli erreicht die Brut- und Setzzeit ihren Höhepunkt. Nachdem gestern in Weikersheim Elpersheim Jugendliche ein angeblich verwaistes Rehkitz mitten im Wald gefunden hatten und per Notruf die Polizei alamierten, diese dann den Jagdpächter Albrecht Decker verständigte, war es schon zu spät, die Jugendlichen hatten das Rehkitz bereits auf ihrem Schoß und streichelten das neugeborene Kitz, als der Jäger eintraf.  Die Kreisjägervereinigung Mergentheim warnt nochmals zur Vorsicht vor vermeintlich verwaisten Wildtieren!

Die Natur gleicht derzeit einer großen Kinderstube. Viele Wildtiere bringen jetzt, in der sogenannten Brut- und Setzzeit, ihren Nachwuchs zur Welt. Die KJV bittet daher alle Naturnutzer und Hundehalter um erhöhte Rücksichtnahme. „Leider kommt es immer öfter vor, dass Wildtierkinder wie gestern in Elpersheim berührt oder gar aus Mitleid mitgenommen werden”, sagt Kreisjägermeister Hariolf Scherer. Diese falsch verstandene Tierliebe macht Wildtiere dann tatsächlich zu Waisen und führt schlimmstenfalls sogar zum Tod. „Haftet menschlicher Geruch am Nachwuchs verstoßen Rehmutteroder Häsin ihr Junges – und es muss verhungern oder wird zur leichten Beute von Fuchs oder Wildschwein”, so Scherer. 

Zum Schutz vor natürlichen Fressfeinden werden Rehkitz, Junghase und Co. in den ersten Lebenswochen von ihren Müttern im hohen Gras oder im Wald abgelegt und nur zum Säugen aufgesucht. Die Jungen haben noch keinen Eigengeruch und sind dank ihrer Färbung gut getarnt. Droht Gefahr, flüchten sie nicht, sondern ducken sich instinktiv. Ein angeborener Schutzreflex vor Fressfeinden, der Rehkitz oder Junghase dann zum Verhängnis wird, wenn Menschen sie mit bloßen Händen anfassen. 

Frei laufende Hunde sind Wildtierkinder in der Brut- und Aufzuchtzeit schutzlos ausgeliefert. Selbst wenn der Hund gut hört, reicht eine Sekunde Unaufmerksamkeit und der Vierbeiner hat ein Rehkitz oder einen Junghasen entdeckt und packt diesen instinktiv. Die KJV appelliert an Hundebesitzer in der Brut- und Setzzeit die Wege nicht zu verlassen und ihre Lieblinge an der Leine zu führen.

Achtung Wiesenmahd! Ducken und Tarnen kann Jungtieren auch zum Verhängnis werden, wenn Menschen sie anfassen. Oder wenn die Wiesen gemäht werden. Denn das regungslose Verharren schützt vor dem Fuchs, aber nicht vor dem Kreiselmäher. Jäger suchen deshalb im Mai/Juni eine Nacht  vor der Mahd die Wiesen mit speziell ausgebildeten Jagdhunden ab, die die Wildtierkinder aufspüren und den Jägern anzeigen. Dies gelingt aber nur wenn die Landwirte mindestens einen Tag vor der Mahd den örtlichen Jagdpächter informieren und dann gemeinsam mit den Jägern die notwendigen Sicherungsmassnahmen einleiten.

Erstellt am 14.05.2017
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