Weniger sauber ist mehr!

Kreisjägervereinigung bittet die Gemeinden und große Gewerbebetreiber, die Pflegemaßnahmen auf ihren Flächen den Gedanken der Biodiversität  anzupassen; Artenvielfalt fördern und auf „aufgeräumte“ Flächen verzichten – denn Mähen und Mulchen bedeutet für viele Lebewesen das Aus.

  • Kornblumen am Feldrand

    Kornblumen am Feldrand

Erstellt am 30.05.2019

In diesen Wochen rücken in den Bauhöfen vieler Gemeinden, Verkehrsbetreibe und großen Gewerbebetreibern wieder die Mäh- und Mulchfahrzeuge aus, um Straßen-, Weg und Grabenränder und andere Freiflächen „aufzuräumen“ und schön sauber zu halten, auch wenn dort die Pflanzen jetzt in voller Blüte stehen. Für unzählige Arten – Wildbienen und andere Insekten, Schmetterlinge und Kleinlebewesen – bedeuten diese Maßnahmen den sicheren Tod. Die Kreisjägervereinigung Mergentheim bittet deshalb Gemeinden und Gewerbebetreiber, die Pflegemaßnahmen auf ihren Flächen den Gedanken des Volksbegehrens anzupassen.

Mähen und Mulchen vernichtet wertvollen Lebensraum

„Ohne blühende „Un“kräuter gibt es keine Nahrungsgrundlage für Tausende verschiedener Arten“, erklärt Kreisjägermeister Hariolf Scherer. Für viele Insekten wird die Mahd außerdem zur Todesfalle, sie werden kurzerhand mit geschreddert oder vom Sog getötet. Und damit fehlt auch vielen unserer Vögel die Insektennahrung, die gerade jetzt zur Aufzucht der Jungvögel so notwendig ist.  „Wir wünschen uns“, so Scherer, „dass die Gemeinden und auch die großen Gewerbebetriebe umdenken und den Artenschutz jetzt und heute im Sinne der Biodiversität ernst nehmen und umsetzen.

 „Sauber“ war gestern

Umdenken müssen natürlich auch die Bürger. Deshalb wirbt die KJV um mehr Verständnis für „unordentliche“ Wegränder und Gemeindeflächen. „Weniger ist mehr“, betont Hariolf Scherer. „Ungemähte oder verblühte Weg- und Grabenränder mögen auf den ersten Blick ungepflegt aussehen, aber sie sind wertvoller Lebensraum in unserer so stark zersiedelten und versiegelten Landschaft. Denn auch unsere Insekten fallen nicht vom Himmel. Sie benötigen für ihre Entwicklung vom Ei zum fertigen Insekt Pflanzenmaterial.“  So brauchen zum Beispiel die Florfliegen hohle Stängel zur Eiablage, Schmetterlingsraupen Futterpflanzen wie die Brennnessel oder Libellenlarven Pflanzenteile, an denen sie vom Wasser an Land klettern können. Im ökologischen Zusammenspiel haben dann auch Hase, Rebhuhn und Fasan wieder eine Chance, denn der Erhalt der Artenvielfalt nützt allen Lebewesen.

Erstellt am 30.05.2019
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