"Vier Bundesländer nehmen die Wölfe in den Blick"

Am 10.03.2018 hatte der Landesjagdverband auf Einladung der FDP/DVP-Fraktion die Gelegenheit, im Plenum des Landtags von Baden-Württemberg bei einer Veranstaltung zum Thema Wolf Stellung zu nehmen.
Einen ausführlichen Bericht über diese Veranstaltung finden Sie unten im Anhang.

  • Aufmacher bei der FN vom 6. März 2018

    Aufmacher bei der FN vom 6. März 2018

Umgehende und unmissverständliche Stellungnahme unseres KJM Hariolf Scherer

Erstellt am 27.03.2018

Länderübergreifendes Wolfsmanagement


Der LJV Baden-Württemberg und die KJV Mergentheim kritisieren den Alleingang im Südwesten Deutschlands. Der Wolf kennt keine Ländergrenzen, deshalb ist ein bundesweiter Ansatz notwendig Eine länderübergreifende Vereinbarung zu einem effektiveren Wolfsmanagement ist durchaus sinnvoll, betonen der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV BW) und die KJV Bad Mergentheim. Jäger und Landwirte müssen allerdings in die Planung einbezogen werden.


Wie gestern bekannt wurde, wollen die obersten Naturschutzbehörden der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und des Saarlands beim Herdenschutz und beim Wolfsmanagement enger zusammenarbeiten und dazu eine Kooperationsvereinbarung abschließen.  

 
Eine Vereinbarung zwischen vier Bundesländern ist allerdings nicht zielführend, vor allem, wenn Betroffene überhaupt nicht eingebunden werden, kritisieren die Jäger. Die letzten in Baden-Württemberg bestätigten Wölfe kamen aus Niedersachsen.. Der Vorstoß sei blanker Aktionismus und ein unnötiger Vorgriff, weil der Bund – so sieht es der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vor – eine bundeseinheitliche Regelung schaffen will.

 
Der Landesjagdverband Baden-Württemberg und die KJV Mergentheim sind verärgert, dass bei den vorgesehenen Steuerungs- und Managementgruppen im Rahmen der Kooperation weder Landwirte noch Jäger einbezogen werden sollen. Zudem fand eine Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg bisher nicht statt. „Eine länderübergreifende Kooperation ohne Einbeziehung Betroffener ist ein Weg in die falsche Richtung“, so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann, „wir fühlen uns regelrecht ausgegrenzt, obwohl wir uns seit Jahren für ein Wolfsmanagement im Land einsetzen.“ Der Wolf unterliege zwar dem Naturschutzrecht, aber von Einwirkungen des Wolfes seien Landwirte, Schafhalter und Jäger direkt betroffen.
Jägerinnen und Jäger sind flächendeckend im Land in den Jagdrevieren präsent, sie sind deshalb für ein Wolfsmonitoring auf der Fläche ebenso wie für den Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen prädestiniert. „Wir lehnen es aber vehement ab, dass über unsere Köpfe hinweg in den von uns gepachteten Revieren anonyme, nicht ortskundige, bewaffnete Eingreiftrupps Jagd auf Problemwölfe machen sollen. Der Versuch, sich eine alleinige Zuständigkeit zu sichern, ist nur politisch motivierter Aktionismus“, so Kreisjägermeister Hariolf Scherer.


Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt weiter und damit die Herausforderungen. Warum sich das baden-württembergische Umweltministerium seit langem weigert, den Handlungsleitfaden Wolf zu einem umfassenden Managementplan weiterzuentwickeln, bleibt unklar. Wildtiermanagement ist mehr als das Beharren auf Zuständigkeiten. Anstatt Aktionismus in Baden-Württemberg brauchen wir bundeseinheitliche Richtlinien für das Wolfsmanagement, betonen Dr. Friedmann und Hariolf Scherer.
 
 
Hariolf Scherer
KJV Bad Mergentheim

Erstellt am 06.03.2018
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