Geflügelpestmonitoring bei Wildvögeln

Schreiben des MLR

Erstellt am 14.11.2021

Verstärkung des aktiven Geflügelpestmonitorings bei Wildvögeln
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
im Winter 2020/2021 ereigneten sich die bisher schlimmsten HPAI-Ausbrüche in Deutschland und Europa. Nach kurzer Beruhigung der Seuchenlage über den Sommer wurden seit 15. Oktober knapp 80 Ausbrüche bei Wildvögeln und mehrere Ausbrüche bei gehaltenen Vögeln in Nord- und Ostdeutschland festgestellt. Auch eine erlegte Wildente in Bayern wurde positiv getestet. Aufgrund des aktuellen Seuchengeschehens hat das Friedrich-Loeffler-Institut seine Risikobewertung am 26.10.2021 nochmals aktualisiert (s. Anlage). Die aktuellen Fallzahlen sind u.a. abrufbar unter:
https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/[https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/]
 
Nach ergänzender Einschätzung der Vogelwarte Radolfzell ist zwar zunächst noch kein Seucheneintrag nach Baden-Württemberg zu erwarten, da der herbstliche Vogelzug bereits abgeschlossen ist. Mit sinkenden Umgebungstemperaturen in den kommenden Wintermonaten ist jedoch mit einem weiteren Zuflug von Wildvögeln nach Baden-Württemberg zu rechnen, so dass der Erreger in den kommenden Monaten noch eingetragen werden kann. Daher ist es erforderlich, die Monitoringmaßnahmen im Wildvogelbestand Baden-Württembergs zur Früherkennung eines möglichen Seucheneintrags zu intensivieren. Neben der Untersuchung von tot oder moribund aufgefundenen Wildvögeln, insbesondere Wasservögeln, Greifvögeln und aasfressenden Vögeln, ist eine Beprobung des erlegtem Federwilds durchzuführen. Dabei sollen bis Ende der Winter-Jagdsaison 2021/2022 insbesondere erlegte Wasservögel an Donau, Rhein, Neckar, Bodensee und Federsee beprobt werden. Das geplante Probenkontingent verteilt sich auf die Kreise wie folgt:
 
 
Alb-Donau-Kreis   20

Biberach   15

Bodenseekreis   20

Breisgau-Hochschwarzwald   20

Emmendingen   10

Karlsruhe Land   20

Heilbronn-Land   10

Ortenaukreis   20

Ostalbkreis   15

Rastatt   15

Ravensburg   20

Rhein-Neckarkreis   30

Sigmaringen   10

Tauberbischofsheim   10

Summe   235
 
 
In Abstimmung mit der obersten Jagdbehörde werden die unteren Tiergesundheitsbehörden gebeten, gemeinsam mit den unteren Jagdbehörden auf die Jagdausübungsberechtigten in Jagdrevieren mit erwartungsgemäß höheren Federwildstrecken zuzugehen und um Mitwirkung am Geflügelpestmonitoring zu bitten. Die Jagdausübungsberechtigten sind über das Vorgehen beim aktiven und passiven Monitoring zu informieren. Tupferröhrchen, Probenbegleitscheine unter Angabe des dazugehörigen Untersuchungsamtes und Probenbegleittaschen sind zur Verfügung zu stellen und die Jagdausübungsberechtigten erforderlichenfalls in die Technik der Probenahme einzuweisen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Birgitta Polley
 
 
Dr. Birgitta Polley
Fachtierärztin für Mikrobiologie
Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz
Baden-Württemberg
Referat 33

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