Die Jahreshauptversammlung 2020

Ein Bericht von Steffen Heil

Erstellt am 06.02.2020

Jahreshauptversammlung der Kreisjägervereinigung Mergentheim

Am Samstag, dem 01. Februar, trafen sich die Mitglieder der Kreisjägervereinigung Mergentheim zur jährlichen Hauptversammlung in der Zehntscheune in Laudenbach. Mit zwei konzertanten Stücken der Parforcehornbläser unter der Leitung von Matthias Michelberger wurde die Versammlung eröffnet. Die Gäste wurden in diesem Jahr vom Hegering Bad Mergentheim bestens kulinarisch versorgt.

Kreisjägermeister Hariolf Scherer begrüßte die zahlreich erschienenen Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung und die vielen Jägerinnen und Jäger, die der Einladung des stellv. Kreisjägermeisters Florian Dietzel gefolgt waren.

In seiner Eröffnungsrede betonte Scherer das besondere Anliegen der Jäger, nämlich Schutz und Erhalt der gesunden und ausgewogenen Artenvielfalt in Fauna und Flora und die Pflege der Jagdkultur.

Unter Wahrung von Waidgerechtigkeit, Ethik und Naturschutz in unserer herrlichen Heimat der Jagd nachzugehen, sei Passion und Privileg. Dabei legten Jäger besonderen Wert auf gutes Einvernehmen mit den Partnern aus Landkreis, den Kommunen, der Forst- und Landwirtschaft, Fischern und dem Naturschutz.

Scherer dankte den Mitgliedern, Helfern und Sponsoren, durch deren Hilfe der Schießstand im vergangenen Jahr saniert und zum modernsten Stand in der Umgebung umgebaut werden konnte. Das Jägerhaus wurde mit einem Wasser- und Abwasseranschluss versehen und mit schnellem Internet versorgt. Noch im Januar 2020 hat man das Dach des Jägerhauses neu gedeckt.

Daneben belegte die KJV Mergentheim den zweiten Platz des bundesweit ausgelobten Kommunikationspreises des Deutschen Jagdverbandes, beteiligte sich an vielen anderen Aktionen und Veranstaltungen, wie der Eröffnung des Klimawaldes in Markelsheim oder der Teilnahme am Stadtfest Bad Mergentheim mit über 70 ehrenamtlichen Helfern. Die Kreisjägervereinigung wächst seit Jahren und hat mit über 300 Mitgliedern viele engagierte Jägerinnen und Jäger in ihren Reihen.

Neben positiven Aspekten und der Freude an der Jagd befinden sich Jäger heute im Spannungsfeld zwischen staatlichen Abschussvorgaben, geforderter Seuchenprophylaxe und dem Hass radikaler Jagdgegner. Um dies zu bewältigen, bedarf es der Kommunikation mit der Gesellschaft.

Die Reihe der Grußworte wurde von Bürgermeisterin Heike Naber aus Niederstetten eröffnet, die ihre Verbundenheit zu Jagd und Jägern ausdrückte und der Veranstaltung einen guten Verlauf wünschte.

Der Erste Landesbeamte Christoph Schauder überbrachte herzliche Grüße von Landrat Reinhard Frank. Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der Jägerschaft und betonte die zentrale Rolle der Jäger bei der Prophylaxe der Afrikanischen Schweinepest. Im neu zu gründenden runden Tisch zur ASP werde auch die Expertise der Jägerschaft benötigt.

Bürgermeister-Stellvertreter Norbert Beck übermittelte die Grüße der Stadt Weikersheim und zog Parallelen zwischen Jagd und Landwirtschaft. Beide müssten ihre Leistungen der Öffentlichkeit darlegen, um eine Würdigung zu erfahren. Er bat die Anwesenden um eine weitere Reduzierung des Wildschweinbestands, auch um Gefahren von der Landwirtschaft abzuwenden.

Bürgermeister-Stellvertreterin Manuela Zahn übermittelte die Grüße von Oberbürgermeister Udo Glatthaar und bedankte sich für die Leistungen der Jägerinnen und Jäger für Kommunen und Allgemeinheit.

Der neue Leiter des Veterinäramtes Dr. Helmut Stoffel unterrichtete die Anwesenden über die neuesten Erkenntnisse zur Afrikanischen Schweinepest. Der Erreger sei mittlerweile in der Nachbarschaft Deutschlands in Belgien und Polen angelangt. In Rumänien wüte die Seuche, während sie in Tschechien, durch rigorose Bekämpfung, eingedämmt werde. Die Krankheit könne nur auf Schweine übertragen werden, führe aber in ca. 90 Prozent der Fälle zum Tode des erkrankten Tieres. Eine Impfung von Wild- und Hausschweinen sei leider nicht möglich.

Die Jägerschaft sei aufgefordert, sowohl Blutproben von erlegtem Schwarzwild als auch von Fallwild abzugeben. Die intensive Bejagung der Wildschweine müsse weiter erfolgen, ebenso die peinliche Entsorgung des Fallwildes oder der Wildabfälle in neu geschaffenen Konfiskatkammern.

Kreisjägermeister Hubert Hartnagel übermittelte die Grüße der befreundeten Kreisjagdvereine Tauberbischofsheim und Wertheim. Als Vertreter der Jagdschule Taubertal vertrete er das Ziel, die Jungjägerinnen und Jungjäger so gut auszubilden, dass diese ohne lange Anlaufzeit in der jagdlichen Praxis landen könnten. Dies wurde auch durch die letzte Zertifizierung der Jagdschule bestätigt,  für welche die Schule die hervorragende Note 1,1 erhalten hat.

Der stellvertretende Bezirksjägermeister Thomas Dietz informierte die Zuhörer über aktuelle jagdliche und jagdpolitische Themen. Den Beitrag der Jäger zur Prävention der ASP sprach Dietz ebenso an, wie geplante Änderungen des Jagdgesetzes. Wildschadenersatz und veränderte Schonzeiten wurden ebenfalls erörtert.

Nach einer Darbietung der B-Horn-Bläser unter der Leitung von Martin Michelberger erfolgten die Ehrungen der verdienten Mitglieder.

Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Philipp Herrmann, Erwin Kött und Philipp Metzger geehrt.

Eine Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielten Sebastian Michelberger, Karl Gundling, Matthias Michelberger sen. und Helmut Weigel.

Die Ehrung für 40-jährige Mitgliedschaft bekamen Erwin Keller, Erich Stapf, Dr. Georg Lotz, Karl-Ernst Reiss, Dr. Alfred Stoll und Claus Felzmann.

Bereits 25 Jahre in der KJV sind Arnold Breiter, Detlef Nörr, Horst Burk, Heinrich Lanzendörfer, Edgar Neckermann, Anton Hammer und Horst Theurer.

Für besondere Verdienste erhielt der stellvertretende Kreisjägermeister Florian Dietzel die Verdienstnadel in Silber.

Mit der Verdienstnadel in Bronze wurden Helmut Kemmer, Karl-Heinz Herrmann, Christina Lauer, Hans Stier, Matthias Scholz und Andreas Hauf für ihren Einsatz für die Kreisjägervereinigung ausgezeichnet.

Nach den Ehrungen erfolgte das Gedenken an die verstorbenen Vereinskollegen mit dem letzten Halali durch die Jagdhornbläser.

Vor den Berichten der einzelnen Referate ließ Florian Dietzel die Aktionen des vergangenen Jahres mithilfe einer Bildpräsentation Revue passieren.

Anschließend legte der Kassier Thomas Haas die finanzielle Entwicklung des Vereins im abgelaufenen Jahr dar.

Ortsvorsteher Oliver Adelmann verlas den Bericht der Kassenprüfer Günter Geißler und Edgar Neckermann, welche Thomas Haas eine ordnungsgemäße Kassenführung bestätigten.

Ehrenkreisjägermeister Bernhard Gailing stellte den Antrag auf Entlastung des Vorstands, welcher durch die anwesenden Mitglieder einstimmig erteilt wurde.

Zuletzt präsentierte Hegeringleiter Otto Busch die Ergebnisse der Trophäenkommission. Leider wurden in diesem Jahr viele Trophäen nicht zur Bewertung eingereicht.

Nach den Schlussworten von Kreisjägermeister Hariolf Scherer und dem Klang der Parforce-Hörner endete ein interessanter Nachmittag.

Erstellt am 06.02.2020
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